Bismarckturm
Der Bismarckturm in Spremberg wurde wie viele andere Bismarcktürme auch, aus Dankbarkeit gegenüber dem 1898 verstorbenen Eisernem Kanzler Otto Fürst von Bismarck errichtet. Als Aufstellungsort bot sich dazu der im Geländeprofil steil aufsteigende Georgenberg innerhalb des Stadtgebiets besonders an. Denn dadurch ist der Turm auch aus großer Entfernung gut sichtbar. Die Idee zum Bau wurde erstmals an Bismarcks Geburtstag dem 1. April 1901 vom "Spremberger Verschönerungsverein" diskutiert. Erst Überlegungen anstelle des angedachten Turmes, eine Kaiser Arnulf Gedächtnisstätte zu errichten wurden damit nicht weiter verfolgt. Das Komitee welches die Planung und den Bau des Bismarckturmes überwachte, entschied sich für die Pläne des Gubener Architekten Johannes Römmler. Dieser wurde 1874 in Spremberg als Sohn des Gründers der Römmler Werke August Hermann Römmler geboren.
Am 1. April 1902 erfolgte die "Grundsteinlegung für die Errichtung eines Bismarckturmes". Der Bau erfolgte zunächst durch die Firma Gundermann, welcher aber auf Grund mangelnder Bauausführung wenig später die Verantwortung entzogen wurde. Die Weiterführung und letztendliche Fertigstellung erfolgte dann durch den Spremberger Bauunternehmer Wilhelm Handrick.
Der Turm selbst besteht aus einem Ziegelmauerwerk und ist außen mit Natursteinquader verblendet. Er besitzt zwei Aussichtsplattformen, wobei die obere als Krone ausgeformt ist. Seine Höhe beträgt 20,74 m. An der Rückfront des Turmes befindet sich ein Anbau. Innerhalb des Turmes ist eine eiserne Wendeltreppe angebracht, durch die man beide Plattformen erreicht. Am oberer Abschluss des Turmes befand sich eine Feuerschale, die jeweils zu Bismarcks Geburtstag zeitgleich mit allen Türmen im damaligen Deutschen Reich gezündet werden sollte. An der Vorderseite befindet sich über der Eingangstür das Familienwappen der Bismarcks, welches drei Eichenblätter und ein Kleeblatt symbolisiert. Unter der ersten erreichbaren Plattform ist ein 60 cm hohes Steinmosaik, welches um den gesamten Turm reicht, angebracht. Die Inschrift zitiert einen Ausspruch Bismarcks von 1888 vor dem Reichstag, "Wir Deutsche fürchten Gott sonst nichts auf der Welt". Am 1. April 1903, pünktlich zu Bismarcks 88. Geburtstag, erfolgte die feierliche Einweihung des Spremberger Bismarckturmes.
Die Wirren des Zweiten Weltkrieges hat der Bismarckturm schadlos überstanden. Lediglich die vor dem Turm befindliche Kanone, ein französisches Beutegeschütz aus dem 1. Weltkrieg, viel dem Kadavergehorsam des damaligen Landrates zum Opfer. Der Bismarckturm wurde im Laufe der Jahre, zum eigentlichen Wahrzeichen der Stadt Spremberg. Auch wenn er immer wieder, den politischen Gegebenheiten geschuldet seinen Namen wechseln musste. So wurde er am 26. Juni 1950 in Ernst-Thälmann-Turm und am 21. Mai 1951 in Georgenbergturm umbenannt. Erst nach der politischen Wende 1989, wurde der Turm 1991 wieder in Bismarckturm rückbenannt. Am 1. April 2003 fand genau wie die Einweihungsfeier 1903 unter großer Anteilnahme der Spremberger Bevölkerung die 100-Jahrfeier des Bismarckturmes in Spremberg statt. Als Ehrengast nahm daran der Ur-Urneffe von Otto Fürst von Bismarck, Dr. Friedrich von Bismarck teil.